Die moderne Chirurgie setzt auf präzise Information und Planung. Je mehr der Operateur vor dem eigentlichen Eingriff über das Operationsgebiet weiß, um so besser gerät das Ergebnis.
Abweichungen von der üblichen anatomischen Ausformung eines Körperbezirks, sog. Dysplasien, beeinträchtigen oft deren Funktion.
Es gibt angeborene und später entstandene Fehlbildungen und Defekte, z.B. bei asymmetrischen Wachstumsstörungen, Unfallfolgen, nach voraufgegangenen Erkrankungen u.v.m.. Oft bereiten solche Veränderungen den Patienten durch die damit einhergehenden Funktionsstörungen erhebliche Probleme.
Probleme beim Atmen, Kauen, Schlucken oder Sprechen, Störungen des Sehvermögens, aber auch Einschränkungen der Beweglichkeit bei Veränderungen im Bewegungsapparat sind typische Folgen solcher Veränderungen.
In vielen Fällen kann diesen Patienten heute chirurgisch geholfen werden. Das Ziel der Therapie ist dabei neben einer Wiederherstellung der normalen anatomischen Verhältnisse vor allem eine Verbesserung der eingeschränkten Funktion, um so die Lebensqualität des Patienten zu optimieren.
Oft handelt es sich bei den notwendigen Operationen um sehr umfangreiche Eingriffe. Diese müssen detailliert vorbereitet und geplant werden. Möglich wurde dieses u.a. durch eine in den letzten Jahren erheblich verbesserte bildgebende Diagnostik (CT, MRT), vor allem aber durch die Entwicklung der sogenannten Operationsplanungsmodelle.
Diese Modelle stellen ein präzises individuelles Abbild der anatomischen Strukturen eines einzelnen Patienten dar. Sie sind aus einem Material gefertigt, das in seinen mechanischen Eigenschaften dem echten Knochen ähnlich ist, sodaß es vom Chirurgen mit den im Operationsraum gebräuchlichen Instrumenten bearbeitet werden kann.
Auch sehr erfahrene Chirurgen bestätigen, daß ihr Vorstellungsvermögen für die tatsächliche räumliche Gestalt einer vom Gewohnten abweichenden individuellen Anatomie nur begrenzt geeignet ist, sich ein genaues, der Wirklichkeit sicher entsprechendes gedankliches Bild von dieser Realität zu machen. Und wenn, dann ist dieses Bild flüchtig, es ist einem an der Operation beteiligten weiteren Chirurgen nicht zu vermitteln, und ob es stimmt, bleibt fraglich. Kurz - nichts, worauf man sich als Patient, genausowenig als Operateur, wirklich verlassen kann.