Will man ein Haus bauen, wird das gesamte Gebäude genau geplant, die Statik wird berechnet, die Funktion der Räume bestimmt, Tür- und Fensteröffnungen wohlüberlegt positioniert, Leitungs- und Versorgungsanschlüsse plaziert - kurz, auch der erfahrenste Architekt oder Baumeister beginnt mit dem Bau nicht, bevor das Vorhaben genauestens konzipiert ist.
Je schwieriger und komplexer ein chirurgischer Eingriff ist, desto mehr bedarf es einer ebenso detaillierten vorausgehenden Planung. Dazu gehört neben den allgemeinen klinischen Untersuchungsverfahren die "bildgebende" Diagnostik. In den letzten Jahrzehnten hat die Technik hier riesige Fortschritte gemacht. So können krankhafte Veränderungen auch im Körperinneren heute genauestens in CT- und MRT- Querschnittsbildern sichtbar gemacht werden. Da stellt sich die Frage nach der therapeutischen Konsequenz:
Das Ergebnis dieser Gedankenkette ist ein genauer Plan, nach dem der Chirurg während des Eingriffs vorgehen wird. Für viele Routineeingriffe muß dieser Plan nicht im Einzelnen dokumentiert werden, da sich immer wieder vorkommende Handgriffe und Handlungsmuster wiederholen.
Anders sieht es bei anspruchsvollen Eingriffen aus, bei denen auf selten zu findende krankhafte Veränderungen reagiert werden muß. Selbst erfahrenen Chirurgen fällt es da oft schwer, allein aus den CT- und MRT-Schnittbildern in ihrer Vorstellung ein dreidimensionales, also räumlich-realistisches Bild der tatsächlichen Gegebenheiten im Operationsfeld zu entwickeln. Zwar helfen die neuerdings möglichen räumlichen Bilddarstellungen hier schon deutlich weiter, aber auch ihnen fehlt letztlich die echte dritte Dimension.
"Chirurgen fühlen mit den Augen und sehen mit den Fingerspitzen." Dieser Satz beschreibt genau den entscheidenden Informationszuwachs, den ein Chirurg vor einem schwierigen Eingriff zur Absicherung seiner Vorstellung benötigt. Am Endoplan®-Modell kann er seinen Plan prüfen, ihn beliebig oft durchspielen, verändern und optimieren.
Und genau das ist der Fortschritt, den die Operationsplanungsmodelle in viele verschiedene chirurgische Disziplinen eingebracht haben: Auch komplexe anatomische Verhältnisse können präoperativ genau erkundet, das intraoperative Vorgehen vorher genau simuliert werden.